klinke gestaltet und organisiert die behutsame Umnutzung der ehemaligen Schule am Bullenhuser Damm im Hamburger Osten.
klinke ist ein Projekt des Hallo: Verein zur Förderung raumöffnender Kultur e.V., das die behutsame Umnutzung und Instandsetzung der ehemaligen Schule am Bullenhuser Damm im Hamburger Osten umfasst. Hier soll ein gemeinschaftlicher und selbstorganisierter Arbeits- und Lernort entstehen.
Im nationalsozialistischen Deutschland befand sich in der Schule ein Außenlager des KZ-Neuengamme. Am 20. April 1945 wurden hier 20 jüdische Kinder und mindestens 28 Erwachsene ermordet. Die "Gedenkstätte Bullenhuser Damm" erinnert an diese Verbrechen.
klinke wird in einem intensiven gemeinschaftlichen Prozess entwickelt, insbesondere zusammen mit der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V.(Initiative, die den Gedenkort vor Ort erkämpft hat), der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte (Träger des Gedenkortes heute), der Stiftung Kindergärten Finkenau (Träger der ansässigen Kita), der Billebogen Entwicklungsgesellschaft (städtische Eigentumsgesellschaft) und dem Bezirksamt Hamburg-Mitte (Zuwendungsgeberin).
Teilhabe ist Kern des Projekts – besonders die aktuellen und zukünftigen Nutzer:innen des Hauses und weitere interessierte Mitstreiter:innen entwickeln die bauliche Planung und inhaltliche Strukturen maßgeblich mit. klinke möchte die Räume der ehemaligen Schule gemeinsam nutzbar machen, mit Menschen aus der Nachbar:innenschaft, aus Kunst, Kultur, Handwerk, Kleingewerbe, erinnerungspolitischer und sozialer Arbeit. Die kommenden Jahre sollen Formen erprobt und die Räume der ehemaligen Schule für verschiedenes Publikum und Gruppen geöffnet werden, besonders marginalisierten Menschen*, um sichere Räume zum Arbeiten und Zusammenkommen selbst organisieren zu können.
Neben der Gedenkstätte Bullenhuser Damm und der KiTa Sonnenschein steht seit dem Ende des Schulbetriebs 1987 ein Großteil der Flächen leer. Der jahrzehntelange Leerstand ist auch ein Zeugnis der Ratlosigkeit über den Umgang mit einem komplexen Ort. Verschiedene städtebauliche Planungen transformieren den Hamburger Osten; das Quartier rund um den Bullenhuser Damm soll ein dicht bebauter Produktions- und Gewerbestandort werden. Diese Entwicklungen erhöhen den Druck auf gemeinwohlorientierte Räume und können – durch umfassende Neubauten und Umstrukturierungen – die Zeichen der Geschichte verwischen. Die historischen Spuren müssen in den stetigen Wandlungen des städtischen Raums mitgedacht und in neue Entwicklungen aufgenommen werden. klinke setzt sich für eine Stadtentwicklung von Vielen für Viele ein. So sollen Arbeitsräume langfristig erhalten bleiben, durch flexible Nutzungen, bezahlbare Mieten und kollektive Selbstorganisation.
klinke wird im Rahmen des Bundesprogramms "Nationale Projekte des Städtebaus" durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen vertreten durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gefördert. Der Hallo: e.V. verwaltet 3,5 Mio. Euro für die Organisation rund um die Teilhabeprozesse und für den Innenausbau. Als Eigentümerin verwaltet die BBEG 4 Mio. Euro für die denkmalgerechte Sanierung und den barrierefreien Ausbau.
*Menschen, die strukturelle Dikriminierung** erfahren, aufgrund von race, class, gender, Religion, ableism, Antisemitismus und Antiziganismus, ageism
**Es wird von struktureller Diskriminierung gesprochen, wenn die Benachteiligung einzelner Gruppen in der Organisation der Gesellschaft begründet liegt.



